Hoffnungslos hoffnungsvoll? Ganz schön SMART.

Gerade in Zeiten wie diesen, wird immer wieder von dem wundervollen Wort der „Hoffnung“ in Medien berichtet. Hoffnung auf morgen, bessere Zeiten oder ein Ende der Pandemie. Doch was steckt dahinter und wie kannst Du dieses Wort ganz einfach in deinen Alltag integrieren ? 

Wie in unserem letzten Artikel angekündigt, verraten wir dir in diesem Beitrag mehr über die Facette der Hoffnung, des H.E.R.O Modells (Hoffnung, Selbstwirksamkeit, Resilienz und Optimismus).

 

Was genau ist Hoffnung?

Es existieren mindestens ebenso viele Definitionen von Hoffnung wie Dinge, für/auf die man hoffen kann. Dementsprechend fällt es der Psychologie schwer, sich für eine einzige Beschreibung zu entscheiden.  Ein Konsens besteht jedoch darin, dass sich Hoffnung insbesondere als Ausdauer für das Erfolgreich-Sein bei der Verfolgung von Zielen als auch der Neuausrichtung der Wege zu jenen Zielen zeigt.

Hoffnung ist zudem ein Persönlichkeitsmerkmal, welches mit physiologischem und psychologischem Wohlbefinden in Verbindung gebracht wird. Es bezieht sich auf hoffnungsvolles Denken und die Überzeugung, dass man Wege zu den eigenen gewünschten Zielen findet. Zudem kann man durch Hoffnung motiviert werden, diese Wege auch zu nutzen.

Das heißt, Hoffnung ist ein kognitiver Prozess, der dazu motiviert,

·      Willenskraft (=zielgerichtete Entschlossenheit) und 

·      Handlungsfähigkeit (=Planung von Wegen zur Zielerreichung) 

zu entwickeln, was wiederum zu positiven Emotionen und der Erwartung, die gewünschten Ziele zu erreichen, führt.

 

Aber wie entwickelt man Hoffnung?

Insbesondere die Zielsetzung (und den Weg dorthin) als auch die Motivation sind Komponenten, die bei der Entwicklung als besonders hilfreich wirken. Das Konzept der Hoffnung basiert stark auf der Überzeugung, dass Menschen Ziele erreichen wollen. 

Wege der Zielerreichung

Um diese Einstellung zu fördern, kann es hilfreich sein, sich den Weg dorthin mental vor dem inneren Auge vorzustellen. Hier kannst Du auch die Methode der Visualisierung nutzen. Stelle dir vor, wie sich das Erreichen des Zieles für dich anfühlt, aussieht, anhört, riecht. Nutze hierfür alle Sinne und deine gesamte Vorstellungskraft. Dies stärkt dein Verständnis für das Ziel und deinen Glauben, dass Du das Ziel erreichen kannst. 

Motivation

Aber auch die Motivation spielt eine bedeutende Rolle in dem Konzept der Hoffnung. Wieso? Intrinsisch (= aus eigenem Antrieb heraus) motivierte Menschen sind zumeist hoffnungsvoller und verspüren mehr Sinnhaftigkeit und Autonomie in ihrem Tun. Schlussfolgernd wirkt sich dieses Verhalten auf die Zielerreichung aus, da jene Personen an sich selbst und ihre Ziele glauben und somit ihre Tätigkeiten voller Hoffnung ausführen.

 

S.M.A.R.T.es Hoffnungs-Training?

Da man nicht von heute auf morgen hoffnungsvoll wird, kannst Du Tag für Tag üben, diese Sichtweise in deinen Alltag zu integrieren.

Die psychologische Forschung konnte zeigen, dass Vorhaben ohne gut formulierte Ziele eher scheitern oder nicht vollständig ausgeführt werden. Das heißt, wenn Du deine Ziele durchdacht formulierst und konstruierst, werden sich nicht nur positive Zwischenergebnisse, sondern auch langfristige positive Resultate bemerkbar machen. 

Eine Variante, die zu Beginn nicht unbedingt offensichtlich erscheint, ist die S.M.A.R.T.e Zielsetzung. Diese unterstützt das Training deiner Willenskraft und Handlungsfähigkeit – also deine Hoffnung in all ihren Facetten. Diese Methode ist dir möglicherweise schon ein Begriff, aber besser Du liest einmal mehr davon als einmal zu wenig.  

 

S.M.A.R.T steht für...

Specific = Spezifisch

Ziele müssen klar und präzise formuliert sein. Sei so konkret wie möglich. Was genau möchtest Du erreichen? Beschreibe dein Ziel exakt.

Ein Ziel wie „Ich möchte reich werden.“ ist nicht spezifisch. Verwende besser eine Formulierung wie „Am 1. Dezember habe ich 90.000 € auf dem Bankkonto.“

Measurable = Messbar

Ziele müssen sich messen lassen. Voraussetzung für eine Zielerreichung sind überprüfbare Ergebnisse. Frage dich immer: Wie kann ich es messen? Nutze hierfür am besten Zahlen zur Formulierung.

Ein Ziel wie „Ich möchte ein erfolgreiches Business“ lässt sich nicht messen. Verwende besser eine Kennzahl wie „Mein Unternehmen soll einen Umsatz von 4.000 € im Monat erreichen.“

Achievable = Erreichbar

Ziele müssen relevant für dich sein. Die Zielerreichung sollte dich in deinem Alltag positiv beeinflussen. Formuliere am besten Ziele, die dich begeistern, denn das führt zu mehr Motivation. Dadurch kannst Du die nötige Selbstdisziplin aufbringen.

Stelle dir immer folgende Fragen: Ist mir dieses Ziel wichtig genug? Welchen Nutzen habe ich davon? Passt dieses Ziel überhaupt zu mir? 

Reasonable = Relevant/Realistisch

Zielformulierungen müssen realistisch sein. Definiere deine Ziele so, dass diese innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums auch erreicht werden können. Diese dürfen nicht zu groß sein, da sie dich sonst überfordern können und deine Motivation bremsen. Dann bist Du blockiert und fängst erst gar nicht an.

Ein Ziel wie „Ich möchte bis nächste Woche Freitag 15 Kilogramm abnehmen“ ist eher unrealistisch und kann demotivierend wirken. Verwende besser einen Zeitraum, in dem die 15 Kilogramm realistisch für dich und deine Lebenssituation erreichbar sind.

Time-bound = Zeitlich begrenzt/terminiert 

Ziele müssen innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens erreichbar sein. Definiere also einen Zeitpunkt, zu dem das Ziel erreicht sein soll. Trage dir diese Deadline in deinen Kalender ein, damit Du weißt, wie weit Du von der Erreichung entfernt bis. Ein begrenzter Zeitraum erzeugt einen positiven Zeitdruck. Das motiviert dich und erhöht die Chance, dass Du dein Ziel erreichst. 

Terminierte Ziele wären z. B. „Am 31. August habe ich den Entwurf für mein Buch fertiggestellt“ oder „Bis 15. Mai ist das Projekt X abgeschlossen.“ 

 

Worauf wartest Du? Deine persönliche Übung...

Jetzt bist Du gefragt: Denke an dein bevorstehendes Projekt oder Ziel, welches dich stresst, dir viel Zeit deines Alltages „raubt“ oder welches Du vielleicht vor dir herschiebst.

Ein Tipp vorab: Oft kann es helfen, komplexe, schwierige Ziele in angemessene Zwischenziele zu zerlegen. Darüber hinaus kann die Würdigung oder das Feiern von kleinen Meilensteinen eine wichtige Motivation sein, denn dadurch steigt die Zuversicht, die eigenen Ziele erreichen zu können.

Also definiere ein Zwischenziel für dich und falls dies nicht möglich sein sollte, denk an das größere Ziel.

Überlege dir für jeden Buchstaben eine Maßnahme und notiere diese:

Spezifisch                   (Was genau möchtest Du erreichen?)

Messbar                     (Wie kann ich das Ziel messen/erheben?)

Erreichbar                  (Warum ist mir mein Ziel wichtig/bedeutsam? Welchen Nutzen habe ich davon?)

Relevant/Realistisch (Kann ich mein Ziel unter meinen momentan Lebensumständen erreichen?)

Zeitlich begrenzt/terminiert (Bis wann soll ich das Ziel erreichen?)

Wir ermutigen dich, an deinem Ziel dranzubleiben und dieses Vorhaben im Kopf zu behalten, bis Du dein Ziel erreicht hast.

Reflektiere in den kommenden Tagen/Wochen/Monaten, ob diese Variante eine erfolgreiche Option für deinen Zieldefinition und Erreichung darstellen könnte und falls nicht, woran dies liegen könnte bzw. was Du anders umsetzen müsstest. Du kannst diese Methode gerne für dich anpassen. Aber wir verraten dir, dass dies grundsätzlich gar nicht notwendig ist, da dieses Tool bereits mehrfach wissenschaftlich erprobt worden ist. 

 

Good to know

Als hoffnungsvoller Mensch fokussierst Du deine Ziele nicht nur stärker, sondern wirst auch nach neuen Wegen suchen, wenn Du mit Hindernissen konfrontiert wirst. Der Psychologe Snyder konnte zeigen, dass Menschen mit ausgeprägter Hoffnung sich wenig schnell entmutigen lassen, und diese Fähigkeit ist ja nicht von Nachteil, oder?

Aber Achtung: Wir empfehlen immer wieder einen „Realitycheck". Damit meinen wir eine Anpassung bzw. einen Vergleich von deinen Hoffnungen und der Realität. Also vergiss nicht deine momentanen Lebensumstände, sonst steigt durch die Enttäuschung deine Hoffnung ins Unermessliche und kann nicht mehr erfüllt werden. Aber mit der S.M.A.R.T.en Zielsetzung kann dies nicht passieren. Es steht dir nichts im Wege, also worauf wartest Du? Werde endlich hoffnungsvoll. :-)

 

P.S. Nicht vergessen!

Allein die Sensibilisierung für deine Hoffnung und die Wertschätzung der bestehenden Fähigkeiten und Ressourcen in diesen Bereichen kann bereits positive Wirkungen haben. Zudem hat die Förderung dieses Bereiches positive Auswirkungen auf die anderen drei H.E.R.O. Dimensionen. Das Bewusstwerden von deinem einzigartigen, individuellen Kapitals, deinem persönlichem H.E.R.O, ist somit an sich schon eine starke und nützliche Intervention.

Falls Du jetzt aber noch nicht genug Input für deinen inneren H.E.R.O hast, kannst Du in zwei Wochen gerne wieder auf einen Klick zum Thema Selbstwirksamkeit vorbeikommen! Und für die besonders Wissbegieren gibt es hier wissenschaftliche Quellen am Ende des Artikels. 

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